Gemeinde St. Joseph

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Der Innenraum

Der Innenraum der Hl.-Geist-Kirche nimmt einen gefangen durch die strenge Symmetrie der Architektur und die avantgardistisch freie Gestaltung der großen Fensterflächen, die die Kirche in helles Licht tauchen. Bevor wir uns der Altarinsel zuwenden, führt ein Rundgang, beginnend vorn rechts, zu sehenswerten Gegenständen sakraler Kunst.
Der von Professor Karl Burgeff geschaffene Tabernakel besteht aus einer runden Säule aus weißem Marmor - wie der Altar - und steht wie der Altar auf einem achteckigen Fuß. Nach oben geht die Säule in einen Wulst über, der einen reinen Würfel aus weißem Marmor trägt - das Tabernakelgehäuse. Auf der Tür des Gehäuses sind Brot und Kelch abgebildet. Hinter dem Tabernakel hängt ein Retabel, geschnitzt aus Lindenholz und bemahlt. Es stellt Priestergewand und Stola dar, über eine Garderobenstange geworfen: das Gewand des "Ersten Priesters". Die Bemalung ist von Rudolf Wuttke aus Weibern in der Eifel.
Vor dem Tabernakel, in dem Bereich der jetzt als Werktagskirche genutzt wird, steht ein schlichter Altartisch aus Holz, den der damalige Dom- und Diözesanbaumeister des Bistums Essen, Dr. Heinz Dohmen 1986 entworfen hat.
Gehen wir von der Werktagskirche in Richtung Eingang, so sehen wir an der Wand eine spätgothische Pieta, eine Arbeit aus dem böhmischen Raum aus der Zeit um 1460. Die Metallarbeiten für den Ständer und die Kerzenleuchter stammen, ebenso wie das Gitter hinter dem Altar, aus der "Werkstatt für Metallgestaltung & Kunstschmiede Michael Stratmann" in Essen-Kupferdreh.
Die Pieta hatte früher ihren Standort in einer Nische der Unterkirche. Seit diese jedoch zur Begegnungsstätte umgestaltet wurde und sich die Werktagskirche jetzt vor dem Tabernakel befindet, ist dieses bedeutende Kunstwerk in den Kirchenraum gestellt worden.
Rechts neben der Eingangstür hängt dieses eindrucksvolle Kruzifix.
Rechts neben dem Kruzifix steht in der Ecke der Beichtstuhl, und das ist in wörtlichem Sinne gemeint, denn es handelt sich der Form nach wirklich um einen überdimensionierten Stuhl, auf dem der Priester sitzt. Auf die Armlehnen des Stuhls sind Holzgitter aufgesetzt, die zusammen mit dem Vorhang für die Anonymität des Beichtenden sorgen.
 
Diese Josephsfigur wurde 1957 von einem Heidelberger Bildhauer geschaffen, der ehemaligen Gemeinde St. Winfried in Essen-Kray gestiftet und am 1. Mai 1957 in der Kirche St. Winfried aufgestellt. Sie trägt den Titel „St. Joseph mit dem Jesusknaben“ und konnte durch die Aufmerksamkeit eines ehemaligen Gemeindemitgliedes aus St. Winfried vor dem Zerfall und vor dem Abriss des Kirchengebäudes gerettet werden. Zufällig hat die Figur des Joseph mit dem schützend ausgebreiteten Mantel und der behütenden Hand über dem Jesusknaben einen ganz konkreten Bezug zu einem wesentlichen Teil der Antrittsrede von Papst Franziskus I., wenn er von der Aufgabe spricht, die Gott durch den Engel dem Josef anvertraut, nämlich der CUSTOS, der Hüter von Jesus und Maria zu sein. Die rücksichtsvolle, stille und demütige Art, wie Joseph seine Hüteraufgabe versteht, wird in der modernen Figur auf den Punkt gebracht. Als in der Pfarrei St. Nikolaus ein neuer Standort für diese Figur gesucht wurde, gab es die Überlegungen, dass die Figur sinn- und namensgemäß in die Gemeinde St. Joseph passen würde, dass sich in der Heilig-Geist-Kirche noch keine Josephsfigur befindet und dass die Holzplastik und das Kirchengebäude Heilig Geist nahezu gleichaltrig sind. So fand die Figur also an der linken Seite in der Heilig-Geist-Kirche eine neue Heimat.
 
     
     
 

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